Indikationskatalog der DAG-KBT (Stand März 2014)

Der Indikationskatalog der DAG-KBT wird nach Abstimmung mit den Fachgesellschaften erstellt und nach aktueller Datenlage überarbeitet.
Die Indikationsstellung erfolgt getrennt für die Altersgruppen Kinder/ Jugendliche und Erwachsene. Da viele Faktoren das Ergebnis nach Transplantation beeinflussen, beschränkt sich der Katalog auf die prinzipielle Indikationsstellung für die autologe bzw. allogene Transplantation.
Im Bereich der allogenen Transplantation werden mittlerweile Stammzellen am häufigsten von nicht-verwandten Spendern verwendet. Bei der Auswahl spielen neben HLA-Kompatibilität andere Faktoren wie CMV-Serostatus, Spendergeschlecht und -alter aber auch Verfügbarkeit eine Rolle. Transplantationen von "cord-blood" oder von haplo-kompatiblen Familien-Spendern mit verschiedenen T-Zell Depletionsverfahren oder der Gabe von Cyclophosphamid nach Transplantation ermöglichen die zeitgerechte Transplantation von Patienten, die keinen ausreichend kompatiblen Spender haben. Mit dem differenzierten Einsatz verschiedener Dosis-angepasster, sog. reduced intensity conditioning (RIC) Protokolle wird die Transplantion auch comorbider oder sog. älterer Patienten möglich.
Langjährige Erfahrung eines qualifizierten Teams mit ständiger schwerpunktmässiger Tätigkeit im Bereich insbesondere der allogenen Transplantation ist Voraussetzung für den Erfolg dieser Therapieverfahren. Daher sollten komplexe Transplantationen mit differenzierter Indikationsstellung, gekennzeichnet mit "CO" (clinical option), grossen Jacie- akkreditierten Transplantationszentren mit mindestens 30 allogenen resp. 30 autologen Transplantationen pro Jahr vorbehalten sein.
.
Ganz entscheidend insbesondere für Patienten mit akuten Leukämien oder aggressiven Lymphomen ist die frühzeitige Kontaktaufnahme mit einem Transplantationszentrum und Klärung der Spendersituation, ggfs die rasche Einleitung einer Suche nach einem nicht-verwandten Spender.
Jürgen Finke, März 2014